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Energie-Projekt der Viertklässler

 Bild 1Energieprojekt 4. Klassen

Lange gedauert hat es nicht, bis bei den Kindern der Rheinwaldschule der Energiesparblick geschärft war. Einmal kurz umgeschaut und schon waren die ersten Stromverschwender entdeckt. Ein schwaches Licht in den Computermäusen hat sie verraten. Die PC-Anlage im Klassenzimmer der 4b schlummerte, ohne gebraucht zu werden, im Stand-by-Betrieb vor sich hin. So etwas kann teuer werden, ganz abgesehen davon, dass Energieerzeugung die Umwelt belastet. Es können schnell mal „hundert Euro im Jahr sein,“ sagte Christian Sauer, der Mann von der Energieagentur Mittelbaden. Da spitzten die Rheinwaldschüler die Ohren, genauso wie vermutlich alle anderen Teilnehmer des Stand-by-Projekts, das die Agentur dieses Jahr an über 70 Schulen durchführt.

Im Landkreis Rastatt sind es 60 Klassen in 23 Schulen, im Stadtkreis Baden-Baden 21 Klassen in elf Schulen, wie Geschäftsführerin Sybille Feurer auf Anfrage mitteilte. Von der vierten bis zur zehnten Klasse sind alle Altersstufen vertreten. Bis in den Juni reicht der Terminplan der zwei Mitarbeiter, die das Programm in die Schulen tragen. Feurer freute sich, dass im Gegensatz zum vergangenen Schuljahr, als einigen Schulen Absagen erteilt werden mussten, diesmal „alle, die wollten“ mitmachen können. Das sei der Erhöhung der Fördermittel zu verdanken, die das Land bereitstellt, es habe „genau gepasst.“

In der Rheinwaldschule in Elchesheim-Illingen nehmen neben der Klasse 4b mit Lehrerin Doris Stamerra auch die 4a von Elke Rühm am Projekt teil. Mit Energieberater Sauer wurde der ganz alltägliche Stromverbrauch untersucht. Mit einer Glühbirne fing es an. Eine leichte Handberührung ließ es spüren: sie erzeugt Licht, wird aber richtig heiß. Der meiste Strom löst sich in Wärme auf. In Energiesparlampen ist das anders.

Wieviel Energie so eine Lampe braucht und was hinter dem Begriff Kilowattstunde steckt, davon bekamen die Grundschüler beim Fahrradfahren auf einem „Hometrainer mit Steckdose“ eine Ahnung. Sie legten sich mächtig ins Zeug, erzeugten nur mit Muskelkraft Strom und brachten so die Lampengalerie zum Erleuchten. Mit einem Messgerät wurde die erstrampelte Leistung in Kilowatt gemessen. Ein Heidenspaß und lehrreich dazu. Mit Messgeräten ging es dann tiefer in die Materie, Verbrauchsdaten von Haushaltsgeräten wurden erfasst, vom Wasserkocher bis zum CD-Player.

Dabei kam es Sauer darauf an, etwas Überraschendes aufzudecken: in vielen Geräten fließt auch dann Strom, wenn sie gar nicht in Betrieb sind. Der Stand-by-Modus war den Kindern bekannt, vom „Scheinaus“ hatten sie noch nicht gehört: es brennt kein Bereitschaftslämpchen und doch wird Strom verbraucht. Um solchen heimlichen Stromschluckern daheim auf die Schliche zu kommen, werden beim Stand-by-Projekt die Teilnehmer eine Zeitlang mit Messgeräten ausgestattet.

Wenn Energielehrer Sauer zum zweiten Mal in die Reinwaldschule kommt, sollen die Ergebnisse der Hausarbeiten präsentiert werden. Wie man Energieverschwendung am allerbesten vorbeugt wussten die Schüler schon. Stecker ziehen oder eine Steckerleiste mit Schalter verwenden: „so was haben wir daheim am Fernseher“.

Rektorin Ingrid Bitterwolf setzt darauf, dass die Sensibilisierung auch auf den Schulalltag übergreift. Sie will die Schüler als „Energiedetektive“ ausschwärmen lassen, die nutzlosen Stromverbrauch aufspüren sollen. Dass es bei Energieeinsparung auch um Geld geht, leuchtete den Experten in der 4b ein: „weil die Eltern alles bezahlen müssen“.

Bild 2Energieprojekt 4. Klassen